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Inkontinenzprophylaxe

Inkontinenz

Ein gesunder Mensch ist in der Lage, Ort und Zeitpunkt der Blasenentleerung selbst zu bestimmen. Menschen, die wegen körperlicher Einschränkungen die Toilette nicht selbstständig aufsuchen können, haben durch rechtzeitiges Bescheidsagen dennoch die Möglichkeit, die Blasenentleerung selbst zu steuern. Erst wenn der Urin nicht mehr willkürlich zurückgehalten werden kann, spricht man von Harninkontinenz – ein weit verbreitetes Pflegeproblem, das von den Pflegekräften viel Empathie, Verständnis und Respekt vor der Intimsphäre des Klienten verlangt. Um die Kontinenz der Klienten zu fördern bzw. eine Inkontinenz  zu kompensieren, ist es wichtig, zu Beginn der Pflege die Risikofaktoren einzuschätzen, Symptome einer Urininkontinenz zu erkennen, ein Kontinenzprofil zu erstellen und geeignete Hilfemaßnamen festzulegen.

 

Einschätzung des Inkontinenzrisikos

Bestimmte Ausgangssituationen begünstigen, dass Inkontinenz entsteht. Beispielsweise tragen kognitive und/oder körperliche Einschränkungen dazu bei, dass die Blasenentleerung nicht bewusst gesteuert werden kann. Auch Erkrankungen wie Apoplex, Diabetes mellitus, Demenz, Morbus Parkinson, Harnwegsinfektionen und Symptome wie Verstopfung erhöhen das Risiko. Körperliche Veränderungen wie Östrogenmangel, Operationen an der Prostata, Schwangerschaften, signifikante Gewichtszunahme oder der ganz normale Alterungsprozess können ebenfalls Harninkontinenz hervorrufen. Ist der Klient auf bestimmte Medikamente angewiesen, kann auch hier die Ursache für Probleme bei der Blasenentleerung liegen.

 

Erstellen des Kontinenzprofils

Um ein Kontinenzprofil zu erstellen, ist eine genaue Analyse der körperlichen Verfassung, Lebensgewohnheiten und bisherigen Therapien notwendig. Wann genau die Blasenentleerung stattfindet, ob sie willkürlich oder unwillkürlich passiert, ob personelle Unterstützung bei der Versorgung mit Hilfsmitteln nötig ist oder Hilfe gar abgelehnt wird, muss zur Einschätzung des Kontinenzprofils protokolliert werden. Gegebenenfalls ist nach ärztlicher Anordnung der Restharn zu bestimmen oder eine Urinanalyse in die Wege zu leiten.

 

Wie lässt sich die Harnkontinenz verbessern?

Die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Kontinenzförderung ist eine medizinische Diagnose, eine infektfreie Blase und eine uneingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit des Klienten. Sind diese Faktoren geklärt, kann der Klient mit dem Training beginnen.

1. Blasentraining

Vereinbaren Sie mit dem Klienten feste Zeiten für die Toilettengänge im Ein-bis-zwei-Stunden-Takt – auch dann, wenn er oder sie Harndrang verspürt oder Urin verliert. Ist der Klient nach zwei bis drei Tagen kontinent, steigern Sie die Zeitintervalle um 15 bis 30 Minuten. Das Training dauert in der Regel mehrere Wochen.

2. Toilettentraining

Fordern Sie den Klienten in regelmäßigen Abständen (z. B. im Zwei-Stunden-Rhythmus) zum Toilettengang auf. Ein laufender Wasserhahn kann die Blasenentleerung anregen. Halten Sie das Ergebnis fest und geben Sie im Fall eines erfolgreichen Toilettengangs oder trockener Vorlage eine positive Rückmeldung. Auch dieses Training kann sich über mehrere Wochen erstrecken.

 

Wie lässt sich der Toilettengang unterstützen?

Generell muss beim Toilettengang die Schamgrenze des Klienten berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass ein ausreichender Sichtschutz vorhanden ist und der Klient – wenn möglich – während der Blasenentleerung allein gelassen wird. Die Raumtemperatur sollte angenehm sein. Alle benötigten Hilfsmittel sind in Reichweite zu deponieren.

 

Zum Ablauf:

1. Helfen Sie dem Klienten beim Gang zur Toilette, beim Transfer auf den Toilettenstuhl oder lagern Sie ihn im Bett so, dass er Urinflasche oder Steckbecken benutzen kann. Das Telefon sollte in Reichweite stehen.

2. Verlassen Sie den Raum.

3. Leisten Sie nach der Blasenentleerung Hilfe bei der Intimtoilette

4. Tragen Sie bei Bedarf Hautschutzcreme auf.

5. Erneuern Sie – falls nötig – das Inkontinenzmaterial.

6. Begleiten Sie den Klienten an den gewünschten Platz.

7. Deponieren Sie das Telefon in Reichweite.

8. Lüften Sie den Raum.

9. Reinigen und desinfizieren Sie alle Hilfsmittel.

10. Räumen Sie alle Utensilien weg.

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