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Sturzgefährdung

Sturzgefährdung

Mit zunehmenden Alter nimmt naturgemäß die Reaktionsfähigkeit des Menschen ab. Die Folge: Das Sturzrisiko  steigt. Kommen außerdem körperliche und/oder kognitive Erkrankungen oder Behinderungen hinzu, kann mitunter jede Eigenaktivität des Klienten wie das Ein- und Aussteigen aus dem Bett, der Gang zur Toilette etc. zur Gefahr werden. Neben Prellungen und Frakturen zieht ein Sturz oft ein seelisches Trauma nach sich, das Verunsicherung und ein Gefühl der Hilfslosigkeit auslöst.

 

Einschätzung des Sturzrisikos

Es gibt viele Faktoren, die einen Sturz begünstigen. Neben dem Alter spielt der Gesundheitszustand des Klienten eine große Rolle. Körperfunktionen wie Gehör, Sehsinn und Gleichgewichtssinn sollten deshalb vorab erfasst werden. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Muskel-Skelett-Systems, Diabetes mellitus, Demenz, Morbus Parkinson oder Alkoholismus erhöhen die Gefahr zu stürzen. Ebenso kann die Einnahme von Medikamenten wie Psychopharmaka, Neuroleptika oder blutdrucksenkenden Mitteln das Reaktionsvermögen und die Motorik ungünstig beeinflussen. Daneben birgt das häusliche Umfeld oftmals eine Reihe von Gefahren, die ein Stolpern, Ausrutschen und letztlich Hinfallen nach sich ziehen. Fehlt es an den entsprechenden Hilfsmitteln wie Griffen, Rollatoren und rutschfesten Unterlagen, ist kein ausreichender Schutz vor Stürzen gegeben. Alle diese Faktoren gilt es regelmäßig zu überprüfen. Nur so können Stürze nachhaltig verhindert werden.

 

Wie lässt sich ein Sturz verhindern?

1. Hilfestellung nach Bedarf

Wirkt ein Klient unsicher? Reagiert er verzögert? Wenn Sie Reaktions- und Bewegungsunsicherheiten feststellen oder eine Sturzneigung bekannt ist, bieten Sie Ihre Hilfe an nach dem Prinzip: „So viel Hilfe wie nötig, so wenig Hilfe wie möglich.“ Im Notfall gilt: Sofort unaufgefordert Hilfe leisten.

2. Wirkung von Medikamenten einschätzen

Die Einnahme von Medikamenten kann die Sturzgefahr erhöhen. Schlafmittel und Psychopharmaka beeinträchtigen Wahrnehmung, Koordination und Motorik. Die Einnahme von Diuretika und Abführmitteln bewirkt, dass häufig in größter Eile eine Toilette aufgesucht werden muss. In beiden Fällen sind gezielte Hilfestellungen und Sonderlösungen notwendig.

3. Den Umgang mit Prothesen üben

Prothesen, Halte- und Stützapparate sind hilfreich, die Anwendung bedarf jedoch fachlichen Know-hows. Ihre Benutzung muss daher mit den Klienten und dem Pflegeteam geübt werden.

4. Der Sturzgefahr bereits in der Pflege vorbeugen

Der Pflegende kann viel tun, um einen Sturz des Klienten zu verhindern. Die richtige Betthöhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein aufmerksamer Blick für Erschöpfungszustände oder übermäßigen Alkoholkonsum können böse Stürze abwenden. Hilfsmittel wie Brillen, Gehstöcke, Rollstuhl oder Prothese sollten regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Klient nachts die Toilette aufsuchen muss, erleichtern eine erreichbare Nachttischbeleuchtung und ein sicher positionierter Toilettenstuhl dem Klienten den Ablauf.

5. Anpassen der häuslichen Umgebung

Damit sich der Klient im eigenen Heim sicher fortbewegen kann, empfiehlt sich eine nicht zu grelle, blendfreie Beleuchtung und ein Orientierungslicht für die Nacht. Treppen und Geländer sollten sicher, Treppenhaus, Bad und Wohnräume mit Handgriffen versehen sein. Für Badewanne und Duschen sind Gummimatten zu empfehlen. Für Bodenbeläge gilt: Sie sollten rutschfest sein. Teppiche müssen am Untergrund fixiert werden, Toilette und Bett so hoch sein, dass sie der Klienet bequem und selbstständig benutzen kann. Daneben ist es ratsam, Schwellen, Stolperfallen wie lose Kabel und standunsichere Möbel zu entfernen.

6. Ausstattung mit Hilfsmitteln zur Sturzprophylaxe

Bestimmte Hilfsmittel können Stürze während der Fortbewegung verhindern.Hierzu zählen Gehstöcke (1-Punkt und 4-Punkt), Rollatoren und Gehböcke. Haltegriffe und erhöhte Sitze erleichtern das sichere Aufstehen. Hüftprotektoren wirken Hüft- oder Schenkelhalsfrakturen entgegen. Rutschfeste Unterlagen und ebensolche Socken geben den Klienten mehr Sicherheit. Um im Bedarfsfall sofort Hilfe holen zu können, sollten sturzgefährdete Menschen den mobilen Alarmknopf eines Hausnotrufsystems bei sich tragen.

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