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Chronische Wunden

Was ist eine chronische Wunde?

Wenn innerhalb von vier bis zwölf Wochen nach Wundentstehung und fachgerechter Therapie keine Heilungstendenz erkennbar ist, spricht man von einer chronischen Wunde. Zu den chronischen Wunden zählen beispielsweise das Diabetische Fußsyndrom, der Dekubitus und der Ulcus cruris.

 

Chronische Wunden sind schmerzhaft im doppelten Sinne: Sie verursachen körperliche Schmerzen und führen zu einem schmerzlichen Autonomieverlust.
Es ist für die Betroffenen nahezu unmöglich, die Erkrankung zu verdrängen oder zeitweise zu vergessen. Sie ist – da sicht- und spürbar –  immer präsent. Es kommt zu einer hohen emotionalen Belastung, die Ekel, Scham, Wut oder Abneigung vor dem eigenen Körper auslösen kann.

 

Wie entsteht eine chronische Wunde?
Die Haut, unser größtes Sinnesorgan, schützt uns vor Kälte, Stößen, Infektion und Strahlen. Sie hat die Fähigkeit sich zu regenerieren und verlorene Zellen durch neues Gewebe zu ersetzen. Bei der chronischen Wunde ist dieser natürliche Heilungsprozess gestört. Die Ursachen, die zur Störung der Wundheilung führen, sind vielfältig. Beispielsweise können Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen, Durchblutungsstörungen und Stoffwechselerkrankungen die Entstehung chronischer Wunden auslösen.

 

Was können Angehörige bei chronischen Wunden tun?


Verständnis zeigen
Zunächst einmal ist es wichtig, dass Angehörige und Pflegende Verständnis für die Gefühle des Patienten zeigen und sich mit Geduld auf die oft lange währende – und manchmal auch nicht heilbare  – Erkrankung einlassen.

 

Symptome lindern
Ebenso wichtig ist es, die Nebensymptome der Wunde zu behandeln. Wenn Schmerz oder Juckreiz nachlassen, verspürt der Klient häufig eine große Erleichterung. Auch die Anwendung geruchsbindender Verbandmaterialien kann Betroffene ermutigen, wieder ohne Schamgefühl „unter die Leute zu gehen“.


Persönliche Ressourcen feststellen
Da es sich um eine langwierige Erkrankung handelt, müssen die Grenzen und Ressourcen des Betroffenen regelmäßig neu ausgelotet werden. Oft zeigen neue Therapien nicht den gewünschten Erfolg. Ärger und Mutlosigkeit sind die Folge. Diese negativen Reaktionen sollten nicht persönlich genommen werden, sondern als Reaktion auf den Verlust von Autonomie verstanden werden.


Hilfe suchen
Sollte die Belastung für die Familie zu groß werden, ist es ratsam, sich frühzeitig Unterstützung zu suchen. Gespräche mit Freunden, ein Austausch in Selbsthilfegruppen und professioneller Rat bei speziellen Beratungsstellen, sind oft sehr hilfreich.

Was kann der Klient gegen chronische Wunden tun?


Schmerzen protokollieren
Führen Sie ein Schmerztagebuch und machen Sie sich Notizen, wann es besser, wann schlechter war. Informieren Sie den Arzt und die Pflegekraft über Ihre Beobachtungen.


Entspannung suchen
Schonen und entspannen Sie die betroffenen Körperteile so weit und so oft es möglich ist.


Sorgfältige Hautpflege
Pflegen Sie die noch intakte Haut mit hautfreundlichen, möglichst pH-freien Hautpflegemitteln.


Intensive Wundversorgung
Schützen Sie Ihre Wunde vor Infektionen und fordern Sie Ihren Arzt auf, Ihnen genügend sterile Verbandmaterialien zu verordnen. Erkundigen Sie sich nach alternativen Wundversorgungsmöglichkeiten wie beispielsweise geruchsbindenden Spülungen und Verbänden, die den Kontakt mit Menschen wieder attraktiver machen.


Richtige Ernährung
Nehmen Sie eine Ernährungsberatung in Anspruch. Eine entsprechende Ernährung kann den Heilungsprozess günstig beeinflussen. Zu empfehlen ist eine eiweißbetonte und vitaminreiche Kost. Auch eine Gewichtsreduktion durch fett- und kohlenhydratarme Kost kann die Wundheilung fördern.


Rauchverzicht
Rauchen Sie? Sogenannte „Raucherpflaster“ können Ihnen helfen, Ihren Nikotinkonsum zu reduzieren.


Durchblutungsfördernde Übungen
Fragen Sie nach einer geeigneten Physiotherapie (z.B. Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Massagen) und führen Sie selbst durchblutungsfördernde leichte körperliche Aktivitäten durch.


Hilfe annehmen
Akzeptieren Sie die Hilfsangebote der Angehörigen, Nachbarn und Freunde. Diese Angebote können Sie entlasten und dafür sorgen, dass Sie in Ihrem sozialen Umfeld verankert bleiben und sich nicht isoliert fühlen.


Verzicht auf Hausmittel
Verbannen Sie alt bewährte „Hausmittelchen“, wie Alkohol, Zinkpaste oder Mercurocrom aus Ihrem Repertoire zur Wundversorgung.

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