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Dekubitus

Wie entsteht ein Dekubitus?

Ein Druckgeschwür oder Dekubitalgeschwür  bezeichnet eine lokale Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Ursache ist ein von außen auf Gefäße einwirkender Druck, der den Kapillardruck der Gefäße überschreitet.

 

Wer ist gefährdet?

Gefährdet sind immobile Klienten, die überwiegend auf Stühlen bzw. im Rollstuhl sitzen oder bettlägerig sind.

Auch inkontinente Klienten weisen wegen hoher Beanspruchung der Haut durch Kotverschmutzung und Feuchtigkeitein hohes Dekubitusrisiko auf. Des Weiteren gehören Diabetiker, Herz-Kreislauf-Kranke, Apoplektiker, MS- und Krebskranke, Alzheimer-Patienten und Menschen mit Demenz, Depressive und Verwirrte zur gefährdeten Personengruppe.

 

Welche Auswirkungen und Folgen hat Dekubitus?

Ein solcher Gewebsschaden beeinträchtigt den Gesundheitszustand des Betroffenen zusätzlich und verursacht große Schmerzen. Zudem steigt die Gefahr von Wundinfektionen.

 

Wie lässt sich Dekubitus feststellen?

Ganz einfach mit dem Fingertest. Drücken Sie mit dem Finger auf die gerötete Körperstelle. Bleibt die Stelle rot, statt weiß zu werden, liegt bereits eine Schädigung der Haut vor.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Dekubitus tun?

Druckentlastung

Ist der Klient gefährdet, kann eine Antidekubitusmatratze bei der zuständigen Pflegekasse beantragt werden. Verordnet wird sie vom behandelnden Arzt. Die Pflegestation reicht die Verordnung an die Pflegekasse weiter. Sollte eine Wechseldruckmatratze eingesetzt werden, bitte keine Lagerungshilfsmittel einsetzen, sondern den Pflegebedürftigen frei lagern. Achten Sie auf den optimalen Druck der Matratze angepasst an das Gewicht. Verboten sind: Luftringe, Wasserkissen, Watteverbände, Fellschoner für Ferse oder Ellenbogen.

Förderung der Mobilität

Gefährdete Bereiche müssen in regelmäßigen Abständen entlastet werden. Abgesehen von einer weichen Lagerung können kleinste Bewegungen durch Atmung, geringste Gewichtsverlagerungen und Muskelanspannungen druckentlastend wirken. Hierfür kann ein Bewegungsplan ausgearbeitet werden. Dieser Plan wird individuell für den Betroffenen erstellt und beinhaltet:

 

1. Maßnahmen zur Mikrobewegung

2. Angaben zu Lagerungshilfsmitteln und Lagerungstechniken

3. Bewegungsplan mit Zeitangabe

 

Zudem ist es hilfreich z. B. das Bett so im Raum zu positionieren, dass der Betroffenen auf Umgebungsreize mit kleinen Bewegungen reagieren kann. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Transfermöglichkeiten zu nutzen und durch die Anwendung von Pflegehilfsmitteln wie Rutschbrett, Drehscheibe oder Lifter die Lage des Klienten immer wieder zu ändern.

Richtige Ernährung

Die Mahlzeiten sollte energie- und abwechslungsreich sein und mehrmals täglich eingeplant werden. Ziel ist ein optimaler Ernährungszustand. Fisch, Fleisch und vielfältige Milchprodukten sichern die tägliche Eiweißzufuhr. Berücksichtigen Sie, dass der Energiebedarf von Männern und Frauen unterschiedlich ist. Die tägliche Trinkmenge  sollte mindestens 1 bis 1,5 Liter betragen (sofern keine anders lautende ärztliche Verordnung vorliegt).

Sorgfältige Hautpflege

Zum Waschen verwenden Sie am besten körperwarmes Wasser und eine pH-neutrale, seifenfreie Waschemulsion. Bei starke Geruchsbildung tut eine Lotion gute Dienste, die gründlich abgespült werden muss. Zur Pflege trockener Haut sind Wasser-Öl-Lotionen empfehlenswert, die Sie hauchdünn auftragen

Verwenden Sie kein Melkfett, Vaseline, alkoholische Einreibungen, ätherische Öle, Fön oder Eis und Hautdesinfektionsmittel.

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