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Mangelernährung

Was ist eine Mangelernährung?

Der Begriff „Lebensmittel“ kommt nicht von ungefähr. Ohne ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten.

Führen wir dem Körper nicht genügend Nährstoffe zu, drohen Schwächezustände und Störungen im Stoffwechsel mit ernsthaften Folgeerkrankungen. Zudem steigt das Risiko für Infekte. Liegt das Defizit an Nährstoffen darin begründet, dass insgesamt zu wenig gegessen wird, spricht man von einer quantitativen Mangelernährung.

 

Wie entsteht eine Mangelernährung?

Häufig kommen mehrere Ursachen zusammen. Eine krankheitsbedingte Abneigung gegen viele Speisen bei gleichzeitig erhöhtem Nährstoffbedarf (z.B. bei Menschen mit Krebserkrankungen) kann innerhalb kurzer Zeit zu starkem Gewichtsverlust führen. Auch viele Betroffene mit Magen-, Darm-, Nieren- oder Lebererkrankungen sind oft nicht in der Lage, ihren Nahrungsbedarf zu decken.


Besonders alten und pflegebedürftigen Menschen fällt es schwer, ausreichend zu essen. Oft fehlt das Hungergefühl und eine allgemeine Appetitlosigkeit ist zu verzeichnen. Kommen eine ungewohnte Kost und möglicherweise Kau- und Schluckstörungen hinzu, ist ein Nährstoffmangel abzusehen. Das Problem in solchen Fällen: Der Mangel an speziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen ist auf den ersten Blick nicht erkennbar.

 

Kinder und junge Erwachsene sind ebenfalls häufig von einem Nährstoffmangel betroffen, vor allem dann, wenn angeborene Stoffwechselerkrankungen (z.B. Mukoviszidose), Allergien oder entzündliche Darmkrankheiten (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) die Verträglichkeit und Verdauung vieler Lebensmittel einschränken.

Gewichtsabnahme ist nur eine der vielen Folgen von Mangelernährung. Sie wird möglicherweise sogar durch gesteigerte Flüssigkeitseinlagerungen kaschiert (Aszitis (Bauchwassersucht) oder Ödeme).

 

Mangelernährung im höheren Lebensalter tritt nicht akut auf. Vielmehr gibt es hierfür mehrere Ursachen, die im Ergebnis dazu führen, dass über Monate und Jahre hinweg zu wenige Nährstoffe aufgenommen werden.

 

Die Folgen einer Mangelernährung sind weitreichend. Unspezifische Symptome wie Schwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Antriebsarmut treten bereits bei leichtem Nährstoffmangel auf.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Mangelernährung tun?

Oberstes Ziel bei der Behandlung von Mangelernährung ist es, eine bedarfsgerechte Nährstoffaufnahme zu gewährleisten. Gehen Sie deshalb den Ursachen für die unzureichende Nahrungsaufnahme auf den Grund und versuchen Sie, die störenden Faktoren auszuschalten. So können eine gut sitzende Zahnprothese, intensive Mundpflege und eine Schlucktherapie dazu beitragen, dass die Nahrungsaufnahme erleichtert wird. Krankengymnastik, Ergotherapie und Esstraining helfen bei körperlichen Beeinträchtigungen, die Bewegungsabläufe einzuüben. Darüber hinaus sind technische Hilfsmittel wie spezielles Besteck, Teller und Tassen eine gute Möglichkeit, um das selbstständige Essen und Trinken zu vereinfachen. Grunderkrankungen und Medikamente, die Einfluss auf den Ernährungsstatus und den Appetit haben, müssen vom Arzt kontrolliert werden. Trinknahrung bzw. Sondennahrung kann ärztlich verordnet werden.

 

Maßnahmen im Einzelnen:

Abwechslungsreiches Nahrungsangebot

Die wichtigsten Maßnahmen gegen eine Mangelernährung sind ein ausreichendes Nährstoffangebot und das Anregen des Appetits. Stellen Sie einen Speiseplan auf, der energiereiche Kost mit hoher Nährstoffdichte enthält. Wichtig ist eine  abwechslungsreiche Zusammenstellung von Nahrungsmitteln wie fettreicher Milch und Milchprodukten, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten sowie Fleisch und Fisch. Sorgen Sie dafür, dass die Gerichte appetitlich zubereitet sind und einen vollen Geschmack haben. Um den Geschmack zu intensivieren, verwenden Sie reichlich Kräuter und Gewürze. Fragen Sie stets, worauf der Pflegebedürftige Appetit verspürt. Werden persönliche Vorlieben berücksichtigt, fällt das Essen und Trinken leichter.

Mundgerechte Zubereitung der Nahrung

Es empfiehlt sich, die Nahrung so zuzubereiten, dass der Klient sie mühelos zu sich nehmen kann. Beachten Sie bei Kau- und Schluckbeschwerden die Konsistenz der angebotenen Speisen. Oft hilft es, schlecht zu zerkleinernde oder trockene Bestandteile der Nahrung wie beispielsweise harte Brotrinde zu entfernen oder festes Obst zu zerkleinern. Komplett pürierte, breiartige Kost ist in vielen Fällen nicht nötig und fördert nicht den Appetit.

Gesunde Zwischenmahlzeiten

Da große Essensportionen, insbesondere bei Appetitlosigkeit, meist auf Ablehnung stoßen, ist es sinnvoll, mehrere kleinere Zwischenmahlzeiten anzubieten. Wichtig für viele ältere Menschen ist, dass auch für Zwischenmahlzeiten feste Essenszeiten eingehalten werden.

Andicken der Nahrung

Betroffene mit starken Schluckstörungen haben häufig Probleme mit sehr dünnflüssiger Nahrung oder Getränken. Diese sind im Mund nur schwer kontrollierbar. Zudem kann sich der Klient, bedingt durch die schnellere Fließgeschwindigkeit bei gleichzeitig verzögertem Schluckreflex, leicht verschlucken. In diesen Fällen hat sich das Andicken der Speisen mit Instant-Dickungsmitteln bewährt. Das geschmacksneutrale Pulver kann in jede Form von kalten oder warmen Getränken, Suppen, Soßen oder pürierten Gerichten eingerührt werden, sodass diese die Konsistenz erhalten, die am leichtesten zu schlucken ist.

Ungestörte Mahlzeiten

Schaffen Sie eine ruhige und behagliche Atmosphäre während der Mahlzeiten und vermeiden Sie Störungen oder Ablenkungen.

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