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Kontrakturprophylaxe

Kontraktur

Kann sich ein Klient nicht mehr bewegen, ist bewusstlos, gelähmt oder durch Schmerzen zur Schonhaltung gezwungen, kommt es zu sogenannten Kontrakturen. In diesem Fall verkürzen sich Muskeln, Sehnen und Bänder. Bewegungseinschränkungen und Gelenkversteifungen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen, sind die Folge. Sofern nicht schon Spastiken, Gelenkfehlstellungen und Kontrakturen vorliegen, können entsprechende Bewegungsübungen und Lagerungen dafür sorgen, dass alle Gelenke beweglich bleiben. Von Vorteil ist es, stets mit der betreuenden Krankengymnastin oder dem Krankengymnasten Rücksprache zu halten.

 

Einschätzung des Kontraktur-Risikos

Ob ein Kontrakturrisiko erfasst werden muss, entscheidet die zuständige Pflegekasse anhand der Pflegeanamnese.

 

Wie lassen sich Kontrakturen verhindern?

 

1. Bewegungsübungen

Bereits die tägliche Körperpflege gibt Klienten die Möglichkeit, alle gefährdeten Gelenke zu bewegen. In Absprache mit der Krankengymnastin oder dem Krankengymnasten haben Sie drei Möglichkeiten, den Klienten zu mobilisieren.

Passiv: Sofern der Klient nicht mithelfen kann, bewegt die Pflegekraft die gefährdeten Gelenkbereiche zweimal täglich, je fünf- bis achtmal. Wichtig: Die Gelenke mit beiden Händen umfassen und langsam und gleichmäßig bewegen.

Assistiv: Der Klient wirkt aktiv bei den Bewegungsübungen mit. Die Pflegekraft führt die Bewegung, indem sie die Gelenke mit beiden Händne umfasst.

Ressistiv: Der Klient führt die Bewegung gegen einen Widerstand aus.

2. Physiologisch optimale Lagerung

Gelenkregionen, die nicht regelmäßig bewegt werden können, müssen abwechselnd in Streck-, Mittel- und Beugehaltung gelagert werden. Als Maßgabe für die richtige Lagerung dient abgesehen vom ärztlichen Rat das individuelle Empfinden des Klienten. Dies gilt insbesondere bei Gelenkfehlstellungen. Sollte der Klient sich nicht äußern können, ist es ratsam, die Gelenke in die physiologisch beste Lage zu bringen – bei Bedarf mit den nötigen Hilfsmitteln. Die Lagerung darf den Klienten keinesfalls in seiner Bewegung einschränken und muss in kurzen Zeitintervallen immer wieder geändert werden.

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