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Obstipation

Was ist eine Obstipation?

Eine verzögerte Darmentleerung, auch Obstipation  genannt, ist keine Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom. Wie der Darm entleert werden sollte und was als „normal“ gilt, ist nach wie vor umstritten. Bei chronischer Verstopfung wird der Darm zu selten, unvollständig oder – sofern der Stuhl verhärtet ist –  unter starkem Pressen entleert. Dies kann von Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Mundgeruch begleitet sein. Eine langanhaltende Verstopfung kann zu Hämorrhoiden, Rissen der Analschleimhaut, entzündlichen Darmerkrankungen (Divertikulitis) und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

 

Wie entsteht eine chronische Obstipation?

Besonders gefährdet sind Menschen, die sich zu wenig bewegen, sich ballaststoffarm oder unregelmäßig ernähren oder zu wenig trinken. Auch die Einnahme von Medikamenten kann  eine verzögerte Darmentleerung begünstigen. Hierbei sind insbesondere Opiate, Eisenpräparate, Antidepressiva, Beruhigungsmittel und eine längere Einnahme von Abführmitteln zu erwähnen. Neurologische Erkrankungen, wie z. B. multiple Sklerose oder Morbus Parkinson, aber auch hormonelle Einflüsse (Schilddrüsenunterfunktion) oder Diabetes mellitus können eine Darmträgheit auslösen.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Obstipation tun?

 

Ballaststoffreiche Kost

Die Verdauung lässt sich durch eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, z.B. mit Joghurt, Vollkornprodukten, Müsli, Obst, Sauerkraut und Dörrobst anregen. Vermeiden Sie hingegen stopfende Nahrungsmittel wie Weißbrot, Schokolade und Kuchen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt zu regelmäßigem Stuhlgang bei.

 

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Empfohlen werden ca. 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Um diese Trinkmenge zu erreichen, sollte man z.B. ein großes Glas Wasser oder Saft nach Belieben schon vor dem Frühstück trinken. Auch das Süßen von Tees mit Milchzucker regt die Verdauung an. Besonders bei zellulosereicher Ernährung muss ausreichend viel getrunken werden, um eine Obstipation  zu verhindern.

 

Viel Bewegung

Da jegliche Form der körperlichen Bewegung die Darmpassage beschleunigt, sollte der Betroffene seine sportlichen Aktivitäten ausbauen. Insbesondere Wandern, Laufen, Gymnastik und Schwimmen sind für ältere Menschen geeignet.

 

Darmmassagen und Sitzbäder

Auch leichte Darmmassagen (von links beginnend kreisend über den Bauch) können sehr wirkungsvoll sein. Bei vielen Betroffenen mit krampfartigen Beschwerden erweisen sich auch physikalische Maßnahmen als sinnvoll. Beispielsweise können sich ansteigende Sitzbäder günstig auf die Verdauung auswirken. Manchmal helfen auch kalte Fuß- und Halbsitzbäder, den Darm zu aktivieren.

 

Trotz aller Anstrengungen kann eine medikamentöse Therapie angezeigt sein. Hier werden die Ursachen und die Obstipation selbst beseitigt.

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