Selbständig bleiben –
auch mit Behinderung.

Pflegetipps, Prophylaxen und Anregungen für Klient:innen und ihre Angehörige

In der eigenen Wohnung leben, obwohl man sich selbst und seinen Haushalt nicht ohne Hilfe versorgen kann – das ist der Wunsch vieler behinderter und pflegebedürftiger Menschen. Wie kann die Lebensqualität trotz Pflegebedürftigkeit erhalten und Risiken besser vorgebeugt werden? Wie können Klient:innen leichter und unabhängiger mit ihrer Krankheit umgehen?

Know how aus einer mehr als 20-jährigen Betreuung behinderter Assistenznehmer:innen

Wir haben pflegerisches Wissen gesammelt und hier in einigen „Praxistipps“ festgehalten. In den nachfolgenden 11 Themenbereiche greifen wir häufig gestellte Fragen auf und helfen mit unseren Antworten Angehörigen und Klient:innen dabei, die Pflege so wirksam und angenehm wie möglich zu gestalten. Dadurch möchten wir Angehörigen bei ihrer mitunter schwierige Aufgabe unterstützen und Klient:innen helfen, ihre Gesundheit zu erhalten und zu verbessern. Wenn Sie zu einzelnen Themen nähere Informationen oder weitere Hilfestellungen wünschen, wenden Sie sich einfach an hier genannten Beratungsstellen oder nehmen Sie Kontakt zu Futura auf.

Prophylaxe Tipps für Folgende Symptome

Der Begriff „Lebensmittel“ kommt nicht von ungefähr. Ohne ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten.

Führen wir dem Körper nicht genügend Nährstoffe zu, drohen Schwächezustände und Störungen im Stoffwechsel mit ernsthaften Folgeerkrankungen. Zudem steigt das Risiko für Infekte. Liegt das Defizit an Nährstoffen darin begründet, dass insgesamt zu wenig gegessen wird, spricht man von einer quantitativen Mangelernährung.

 

Wie entsteht eine Mangelernährung?

Häufig kommen mehrere Ursachen zusammen. Eine krankheitsbedingte Abneigung gegen viele Speisen bei gleichzeitig erhöhtem Nährstoffbedarf (z.B. bei Menschen mit Krebserkrankungen) kann innerhalb kurzer Zeit zu starkem Gewichtsverlust führen. Auch viele Betroffene mit Magen-, Darm-, Nieren- oder Lebererkrankungen sind oft nicht in der Lage, ihren Nahrungsbedarf zu decken.

Besonders alten und pflegebedürftigen Menschen fällt es schwer, ausreichend zu essen. Oft fehlt das Hungergefühl und eine allgemeine Appetitlosigkeit ist zu verzeichnen. Kommen eine ungewohnte Kost und möglicherweise Kau- und Schluckstörungen hinzu, ist ein Nährstoffmangel abzusehen. Das Problem in solchen Fällen: Der Mangel an speziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen ist auf den ersten Blick nicht erkennbar.

 

Kinder und junge Erwachsene sind ebenfalls häufig von einem Nährstoffmangel betroffen, vor allem dann, wenn angeborene Stoffwechselerkrankungen (z.B. Mukoviszidose), Allergien oder entzündliche Darmkrankheiten (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) die Verträglichkeit und Verdauung vieler Lebensmittel einschränken.

Gewichtsabnahme ist nur eine der vielen Folgen von Mangelernährung. Sie wird möglicherweise sogar durch gesteigerte Flüssigkeitseinlagerungen kaschiert (Aszitis (Bauchwassersucht) oder Ödeme).

 

Mangelernährung im höheren Lebensalter tritt nicht akut auf. Vielmehr gibt es hierfür mehrere Ursachen, die im Ergebnis dazu führen, dass über Monate und Jahre hinweg zu wenige Nährstoffe aufgenommen werden.

 

Die Folgen einer Mangelernährung sind weitreichend. Unspezifische Symptome wie Schwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Antriebsarmut treten bereits bei leichtem Nährstoffmangel auf.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Mangelernährung tun?

Oberstes Ziel bei der Behandlung von Mangelernährung ist es, eine bedarfsgerechte Nährstoffaufnahme zu gewährleisten. Gehen Sie deshalb den Ursachen für die unzureichende Nahrungsaufnahme auf den Grund und versuchen Sie, die störenden Faktoren auszuschalten. So können eine gut sitzende Zahnprothese, intensive Mundpflege und eine Schlucktherapie dazu beitragen, dass die Nahrungsaufnahme erleichtert wird. Krankengymnastik, Ergotherapie und Esstraining helfen bei körperlichen Beeinträchtigungen, die Bewegungsabläufe einzuüben. Darüber hinaus sind technische Hilfsmittel wie spezielles Besteck, Teller und Tassen eine gute Möglichkeit, um das selbstständige Essen und Trinken zu vereinfachen. Grunderkrankungen und Medikamente, die Einfluss auf den Ernährungsstatus und den Appetit haben, müssen vom Arzt kontrolliert werden. Trinknahrung bzw. Sondennahrung kann ärztlich verordnet werden.

 

Maßnahmen im Einzelnen:

Abwechslungsreiches Nahrungsangebot

Die wichtigsten Maßnahmen gegen eine Mangelernährung sind ein ausreichendes Nährstoffangebot und das Anregen des Appetits. Stellen Sie einen Speiseplan auf, der energiereiche Kost mit hoher Nährstoffdichte enthält. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Zusammenstellung von Nahrungsmitteln wie fettreicher Milch und Milchprodukten, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten sowie Fleisch und Fisch. Sorgen Sie dafür, dass die Gerichte appetitlich zubereitet sind und einen vollen Geschmack haben. Um den Geschmack zu intensivieren, verwenden Sie reichlich Kräuter und Gewürze. Fragen Sie stets, worauf der Pflegebedürftige Appetit verspürt. Werden persönliche Vorlieben berücksichtigt, fällt das Essen und Trinken leichter.

Mundgerechte Zubereitung der Nahrung

Es empfiehlt sich, die Nahrung so zuzubereiten, dass der Klient sie mühelos zu sich nehmen kann. Beachten Sie bei Kau- und Schluckbeschwerden die Konsistenz der angebotenen Speisen. Oft hilft es, schlecht zu zerkleinernde oder trockene Bestandteile der Nahrung wie beispielsweise harte Brotrinde zu entfernen oder festes Obst zu zerkleinern. Komplett pürierte, breiartige Kost ist in vielen Fällen nicht nötig und fördert nicht den Appetit.

Gesunde Zwischenmahlzeiten

Da große Essensportionen, insbesondere bei Appetitlosigkeit, meist auf Ablehnung stoßen, ist es sinnvoll, mehrere kleinere Zwischenmahlzeiten anzubieten. Wichtig für viele ältere Menschen ist, dass auch für Zwischenmahlzeiten feste Essenszeiten eingehalten werden.

Andicken der Nahrung

Betroffene mit starken Schluckstörungen haben häufig Probleme mit sehr dünnflüssiger Nahrung oder Getränken. Diese sind im Mund nur schwer kontrollierbar. Zudem kann sich der Klient, bedingt durch die schnellere Fließgeschwindigkeit bei gleichzeitig verzögertem Schluckreflex, leicht verschlucken. In diesen Fällen hat sich das Andicken der Speisen mit Instant-Dickungsmitteln bewährt. Das geschmacksneutrale Pulver kann in jede Form von kalten oder warmen Getränken, Suppen, Soßen oder pürierten Gerichten eingerührt werden, sodass diese die Konsistenz erhalten, die am leichtesten zu schlucken ist.

Ungestörte Mahlzeiten

Schaffen Sie eine ruhige und behagliche Atmosphäre während der Mahlzeiten und vermeiden Sie Störungen oder Ablenkungen.

Was ist Flüssigkeitsmangel?
Der menschliche Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Als Exsikkose wird in der Medizin die Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers bezeichnet. Durst ist stets ein Warnsignal für ein bestehendes Flüssigkeitsdefizit. Eine regelmäßige und ausreichende Wasserversorgung ist für alle Stoffwechselvorgänge und insbesondere das Gehirn wichtig. Bereits ein Flüssigkeitsdefizit von ein bis zwei Prozent verringert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erheblich.

 

Wie entsteht Flüssigkeitsmangel?

Richtiges Trinken bedeutet mehr als die Reaktion auf Durst:
Meldet der Körper ein leichtes Durstgefühl, fehlen ihm bereits 0,5 Prozent seines Gewichts an Wasser. Eine 60 Kilogramm wiegende Frau müsste dann 0,3 Liter Flüssigkeit trinken, um dieses bestehende Defizit auszugleichen. Symptome einer Austrocknung können sein: Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Müdigkeit oder Verwirrtheit.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Flüssigkeitsmangel tun?

Steigerung der täglichen Trinkmenge

Als Faustregel gilt: Täglich sollten über den Tag verteilt 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit getrunken werden (nicht bei Herzinsuffizienz und Dialyse). Entsprechend mehr muss es bei Hitze und bei Anstrengungen durch körperliche Arbeit oder Sport sein.

Getränke zu jeder Mahlzeit

Zu jeder Mahlzeit sollte die Pflegekraft ein Glas Wasser oder Tee reichen, damit die erforderliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern erreicht wird.

Trinken in kleinen Schritten

Ein entstandenes Flüssigkeitsdefizit innerhalb kurzer Zeit aufzufüllen ist unmöglich, denn Mengen über 500 Milliliter auf einmal kann der Körper nur schlecht verarbeiten. Zudem überdehnen große Flüssigkeitsmengen in der Regel den Magen und führen deshalb häufig zu „Bauchschmerzen“.

Was ist eine Obstipation?
Eine verzögerte Darmentleerung, auch Obstipation genannt, ist keine Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom. Wie der Darm entleert werden sollte und was als „normal“ gilt, ist nach wie vor umstritten. Bei chronischer Verstopfung wird der Darm zu selten, unvollständig oder – sofern der Stuhl verhärtet ist – unter starkem Pressen entleert. Dies kann von Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Mundgeruch begleitet sein. Eine langanhaltende Verstopfung kann zu Hämorrhoiden, Rissen der Analschleimhaut, entzündlichen Darmerkrankungen (Divertikulitis) und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

 

Wie entsteht eine chronische Obstipation?

Besonders gefährdet sind Menschen, die sich zu wenig bewegen, sich ballaststoffarm oder unregelmäßig ernähren oder zu wenig trinken. Auch die Einnahme von Medikamenten kann eine verzögerte Darmentleerung begünstigen. Hierbei sind insbesondere Opiate, Eisenpräparate, Antidepressiva, Beruhigungsmittel und eine längere Einnahme von Abführmitteln zu erwähnen. Neurologische Erkrankungen, wie z. B. multiple Sklerose oder Morbus Parkinson, aber auch hormonelle Einflüsse (Schilddrüsenunterfunktion) oder Diabetes mellitus können eine Darmträgheit auslösen.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Obstipation tun?

 

Ballaststoffreiche Kost

Die Verdauung lässt sich durch eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, z.B. mit Joghurt, Vollkornprodukten, Müsli, Obst, Sauerkraut und Dörrobst anregen. Vermeiden Sie hingegen stopfende Nahrungsmittel wie Weißbrot, Schokolade und Kuchen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt zu regelmäßigem Stuhlgang bei.

 

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Empfohlen werden ca. 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Um diese Trinkmenge zu erreichen, sollte man z.B. ein großes Glas Wasser oder Saft nach Belieben schon vor dem Frühstück trinken. Auch das Süßen von Tees mit Milchzucker regt die Verdauung an. Besonders bei zellulosereicher Ernährung muss ausreichend viel getrunken werden, um eine Obstipation zu verhindern.

 

Viel Bewegung

Da jegliche Form der körperlichen Bewegung die Darmpassage beschleunigt, sollte der Betroffene seine sportlichen Aktivitäten ausbauen. Insbesondere Wandern, Laufen, Gymnastik und Schwimmen sind für ältere Menschen geeignet.

 

Darmmassagen und Sitzbäder

Auch leichte Darmmassagen (von links beginnend kreisend über den Bauch) können sehr wirkungsvoll sein. Bei vielen Betroffenen mit krampfartigen Beschwerden erweisen sich auch physikalische Maßnahmen als sinnvoll. Beispielsweise können sich ansteigende Sitzbäder günstig auf die Verdauung auswirken. Manchmal helfen auch kalte Fuß- und Halbsitzbäder, den Darm zu aktivieren.

 

Trotz aller Anstrengungen kann eine medikamentöse Therapie angezeigt sein. Hier werden die Ursachen und die Obstipation selbst beseitigt.

Wie entsteht ein Dekubitus?
Ein Druckgeschwür oder Dekubitalgeschwür bezeichnet eine lokale Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Ursache ist ein von außen auf Gefäße einwirkender Druck, der den Kapillardruck der Gefäße überschreitet.

 

Wer ist gefährdet?

Gefährdet sind immobile Klienten, die überwiegend auf Stühlen bzw. im Rollstuhl sitzen oder bettlägerig sind.

Auch inkontinente Klienten weisen wegen hoher Beanspruchung der Haut durch Kotverschmutzung und Feuchtigkeitein hohes Dekubitusrisiko auf. Des Weiteren gehören Diabetiker, Herz-Kreislauf-Kranke, Apoplektiker, MS- und Krebskranke, Alzheimer-Patienten und Menschen mit Demenz, Depressive und Verwirrte zur gefährdeten Personengruppe.

 

Welche Auswirkungen und Folgen hat Dekubitus?

Ein solcher Gewebsschaden beeinträchtigt den Gesundheitszustand des Betroffenen zusätzlich und verursacht große Schmerzen. Zudem steigt die Gefahr von Wundinfektionen.

 

Wie lässt sich Dekubitus feststellen?

Ganz einfach mit dem Fingertest. Drücken Sie mit dem Finger auf die gerötete Körperstelle. Bleibt die Stelle rot, statt weiß zu werden, liegt bereits eine Schädigung der Haut vor.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Dekubitus tun?

Druckentlastung

Ist der Klient gefährdet, kann eine Antidekubitusmatratze bei der zuständigen Pflegekasse beantragt werden. Verordnet wird sie vom behandelnden Arzt. Die Pflegestation reicht die Verordnung an die Pflegekasse weiter. Sollte eine Wechseldruckmatratze eingesetzt werden, bitte keine Lagerungshilfsmittel einsetzen, sondern den Pflegebedürftigen frei lagern. Achten Sie auf den optimalen Druck der Matratze angepasst an das Gewicht. Verboten sind: Luftringe, Wasserkissen, Watteverbände, Fellschoner für Ferse oder Ellenbogen.

Förderung der Mobilität

Gefährdete Bereiche müssen in regelmäßigen Abständen entlastet werden. Abgesehen von einer weichen Lagerung können kleinste Bewegungen durch Atmung, geringste Gewichtsverlagerungen und Muskelanspannungen druckentlastend wirken. Hierfür kann ein Bewegungsplan ausgearbeitet werden. Dieser Plan wird individuell für den Betroffenen erstellt und beinhaltet:

 

1. Maßnahmen zur Mikrobewegung

2. Angaben zu Lagerungshilfsmitteln und Lagerungstechniken

3. Bewegungsplan mit Zeitangabe

 

Zudem ist es hilfreich z. B. das Bett so im Raum zu positionieren, dass der Betroffenen auf Umgebungsreize mit kleinen Bewegungen reagieren kann. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Transfermöglichkeiten zu nutzen und durch die Anwendung von Pflegehilfsmitteln wie Rutschbrett, Drehscheibe oder Lifter die Lage des Klienten immer wieder zu ändern.

Richtige Ernährung

Die Mahlzeiten sollte energie- und abwechslungsreich sein und mehrmals täglich eingeplant werden. Ziel ist ein optimaler Ernährungszustand. Fisch, Fleisch und vielfältige Milchprodukten sichern die tägliche Eiweißzufuhr. Berücksichtigen Sie, dass der Energiebedarf von Männern und Frauen unterschiedlich ist. Die tägliche Trinkmenge sollte mindestens 1 bis 1,5 Liter betragen (sofern keine anders lautende ärztliche Verordnung vorliegt).

Sorgfältige Hautpflege

Zum Waschen verwenden Sie am besten körperwarmes Wasser und eine pH-neutrale, seifenfreie Waschemulsion. Bei starke Geruchsbildung tut eine Lotion gute Dienste, die gründlich abgespült werden muss. Zur Pflege trockener Haut sind Wasser-Öl-Lotionen empfehlenswert, die Sie hauchdünn auftragen

Verwenden Sie kein Melkfett, Vaseline, alkoholische Einreibungen, ätherische Öle, Fön oder Eis und Hautdesinfektionsmittel.

Was ist eine chronische Wunde?
Wenn innerhalb von vier bis zwölf Wochen nach Wundentstehung und fachgerechter Therapie keine Heilungstendenz erkennbar ist, spricht man von einer chronischen Wunde. Zu den chronischen Wunden zählen beispielsweise das Diabetische Fußsyndrom, der Dekubitus und der Ulcus cruris.

 

Chronische Wunden sind schmerzhaft im doppelten Sinne: Sie verursachen körperliche Schmerzen und führen zu einem schmerzlichen Autonomieverlust.
Es ist für die Betroffenen nahezu unmöglich, die Erkrankung zu verdrängen oder zeitweise zu vergessen. Sie ist – da sicht- und spürbar – immer präsent. Es kommt zu einer hohen emotionalen Belastung, die Ekel, Scham, Wut oder Abneigung vor dem eigenen Körper auslösen kann.

 

Wie entsteht eine chronische Wunde?
Die Haut, unser größtes Sinnesorgan, schützt uns vor Kälte, Stößen, Infektion und Strahlen. Sie hat die Fähigkeit sich zu regenerieren und verlorene Zellen durch neues Gewebe zu ersetzen. Bei der chronischen Wunde ist dieser natürliche Heilungsprozess gestört. Die Ursachen, die zur Störung der Wundheilung führen, sind vielfältig. Beispielsweise können Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen, Durchblutungsstörungen und Stoffwechselerkrankungen die Entstehung chronischer Wunden auslösen.

 

Was können Angehörige bei chronischen Wunden tun?

Verständnis zeigen
Zunächst einmal ist es wichtig, dass Angehörige und Pflegende Verständnis für die Gefühle des Patienten zeigen und sich mit Geduld auf die oft lange währende – und manchmal auch nicht heilbare – Erkrankung einlassen.

 

Symptome lindern
Ebenso wichtig ist es, die Nebensymptome der Wunde zu behandeln. Wenn Schmerz oder Juckreiz nachlassen, verspürt der Klient häufig eine große Erleichterung. Auch die Anwendung geruchsbindender Verbandmaterialien kann Betroffene ermutigen, wieder ohne Schamgefühl „unter die Leute zu gehen“.

Persönliche Ressourcen feststellen
Da es sich um eine langwierige Erkrankung handelt, müssen die Grenzen und Ressourcen des Betroffenen regelmäßig neu ausgelotet werden. Oft zeigen neue Therapien nicht den gewünschten Erfolg. Ärger und Mutlosigkeit sind die Folge. Diese negativen Reaktionen sollten nicht persönlich genommen werden, sondern als Reaktion auf den Verlust von Autonomie verstanden werden.

Hilfe suchen
Sollte die Belastung für die Familie zu groß werden, ist es ratsam, sich frühzeitig Unterstützung zu suchen. Gespräche mit Freunden, ein Austausch in Selbsthilfegruppen und professioneller Rat bei speziellen Beratungsstellen, sind oft sehr hilfreich.

Was kann der Klient gegen chronische Wunden tun?

Schmerzen protokollieren
Führen Sie ein Schmerztagebuch und machen Sie sich Notizen, wann es besser, wann schlechter war. Informieren Sie den Arzt und die Pflegekraft über Ihre Beobachtungen.

Entspannung suchen
Schonen und entspannen Sie die betroffenen Körperteile so weit und so oft es möglich ist.

Sorgfältige Hautpflege
Pflegen Sie die noch intakte Haut mit hautfreundlichen, möglichst pH-freien Hautpflegemitteln.

Intensive Wundversorgung
Schützen Sie Ihre Wunde vor Infektionen und fordern Sie Ihren Arzt auf, Ihnen genügend sterile Verbandmaterialien zu verordnen. Erkundigen Sie sich nach alternativen Wundversorgungsmöglichkeiten wie beispielsweise geruchsbindenden Spülungen und Verbänden, die den Kontakt mit Menschen wieder attraktiver machen.

Richtige Ernährung
Nehmen Sie eine Ernährungsberatung in Anspruch. Eine entsprechende Ernährung kann den Heilungsprozess günstig beeinflussen. Zu empfehlen ist eine eiweißbetonte und vitaminreiche Kost. Auch eine Gewichtsreduktion durch fett- und kohlenhydratarme Kost kann die Wundheilung fördern.

Rauchverzicht
Rauchen Sie? Sogenannte „Raucherpflaster“ können Ihnen helfen, Ihren Nikotinkonsum zu reduzieren.

Durchblutungsfördernde Übungen
Fragen Sie nach einer geeigneten Physiotherapie (z.B. Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Massagen) und führen Sie selbst durchblutungsfördernde leichte körperliche Aktivitäten durch.

Hilfe annehmen
Akzeptieren Sie die Hilfsangebote der Angehörigen, Nachbarn und Freunde. Diese Angebote können Sie entlasten und dafür sorgen, dass Sie in Ihrem sozialen Umfeld verankert bleiben und sich nicht isoliert fühlen.

Verzicht auf Hausmittel
Verbannen Sie alt bewährte „Hausmittelchen“, wie Alkohol, Zinkpaste oder Mercurocrom aus Ihrem Repertoire zur Wundversorgung.

Wie wirken sich Schmerzen aus?
Der Schmerz signalisiert uns Gefahren wie beispielsweise Verbrennungen. Schmerzen können in akuter und chronischer Form auftreten. Der akute Schmerz, auch „bellender Wachhund der Gesundheit“ genannt, tritt häufig bei Entzündungen oder Verletzungen auf und kann durch die Behandlung der Ursache gut therapiert werden.

Chronische Schmerzen können das Denken und Fühlen der Betroffenen vollkommen beherrschen und sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln. Der Chronische Schmerz ist oftmals mit einem starken Leidensdruck verbunden. Eine unzureichende Schmerzbehandlung kann für Betroffene gravierende Folgen haben: Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen, soziale Isolation und Leistungsschwäche sind nur einige der Folgeerscheinungen lang anhaltender Schmerzen. Schmerzen müssen nicht ertragen werden. Sie können durch eine adäquate Schmerztherapie erfolgreich behandelt werden.

Wie entsteht der Schmerz?

Nach einer Definition der WHO handelt es sich bei Schmerzen um ein „unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das als Folge einer Gewebsirritation oder Gewebsschädigung auftritt“. Schmerz entsteht, wenn mechanische, thermische, chemische oder elektrische Reize einen gewissen Schwellenwert (Schmerzschwelle) überschreiten. Fast überall im Körper befinden sich Schmerzrezeptoren, die auf Reize reagieren und diese durch spezielle Nervenfasern ins Rückenmark leiten. Vom Rückenmark aus gelangen die Informationen weiter zum Großhirn, wo die Schmerzen wahrgenommen und verarbeitet werden. Schmerz ist ein subjektives Phänomen. Daher können nur die Betroffenen selbst zuverlässige Aussagen über den Schweregrad der Schmerzen machen.

 

Was können Angehörige bei Schmerzen des Klienten tun?

Jeder Betroffene mit akuten oder chronischen Schmerzen sowie zu erwartenden Schmerzen sollte auf Anordnung des Arztes ein angemessenes Schmerzmanagement erhalten. In der Schmerzbehandlung kann bereits auf sehr erfolgreiche Therapien zurückgegriffen werden. Es stehen Schmerzmedikamente bereit, die bis zu 72 Stunden wirken. Schmerzen können so auf ein erträgliches Maß reduziert oder ganz beseitigt werden. Abhängigkeiten müssen beim Einsatz von Opiaten nicht befürchtet werden.

Oft hilft es Betroffenem, wenn sich Angehörige in die schwierige Situation einfühlen. Sie können Zuversicht vermitteln und den Betroffenen dazu ermutigen, professionelle Hilfe anzunehmen.

Was kann der Klient bei Schmerzen tun?

Schmerzen protokollieren

Führen Sie ein Schmerztagebuch, in welchem Sie begleitende Symptome wie z. B. Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung festhalten. Diese Informationen erleichtern die Diagnose und medikamentöse Behandlung. Ein intensiver Kontakt zum behandelnden Arzt ermöglicht eine schnelle und befriedigende Einstellung auf die Medikamente.

Schmerzmessinstrumente nutzen

Es gibt verschiedene Skalen, mit denen Sie die Intensität Ihrer Schmerzen einschätzen können. Sie benötigen dazu ein Lineal mit einer Zahlenskala 0 (schmerzfrei) und 10 (starke Schmerzen). Mit Ihrer Einschätzung helfen Sie dem Arzt, die Wirksamkeit und Dosierung Ihrer Medikamente genau abzustimmen.

Richtige Ernährung

Sorgen Sie für eine ausgewogene und ballastreiche Nahrung. Schmerzmittel, vor allem Opiate, sind dafür bekannt, dass sie die Darmfunktion einschränken und Verstopfung auslösen.

Regelmäßige Medikamenteneinnahme

Halten Sie sich unbedingt an die ärztlichen Anweisungen und an die vereinbarten Zeiten zur Medikamenteneinnahme. Indem Sie für einen gleichmäßig hohen Wirkstoffspiegel sorgen, verhindern Sie, dass Schmerzen erneut auftreten.

Rat vom Schmerztherapeuten

Vertrauen Sie sich einem Spezialisten an. Schmerztherapeuten zeigen Ihnen verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf, wie Sie Ihren Schmerzen besser begegnen können.

Rechtzeitige Schmerzbehandlung

Halten Sie Schmerzen nicht unnötig aus. Schmerzen haben eine Signalfunktion und wollen gehört werden. Durch nicht beachtete, wiederholte Schmerzsignale kann sich ein Schmerzgedächtnis herausbilden. Ähnlich wie beim Phantomschmerz nach einer Amputation kann der Schmerz auch nach Beseitigung der Ursache bestehen bleiben.

Suche nach alternativen Behandlungsformen

Suchen Sie nach alternativen Wegen und Therapien. Kalte oder warme Auflagen, Ölwickel, Lagerungstechniken, Reflexzonentherapie, Akkupunktur, Entspannungstechniken, Atemtherapie, Phytotherapie, Homöopathie, Aromatherapie und viele andere Möglichkeiten können Ihnen dabei helfen, den Schmerz zu lindern und Ihre Autonomie zurückzugewinnen.

Austausch mit anderen

Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihre Sorgen mit anderen Betroffenen. Suchen Sie Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen auf.

Ablenkung im Alltag

Sorgen Sie für Ablenkung und überlegen Sie sich, was Ihnen Freude macht. Hören Sie Musik oder gehen Sie einem Hobby nach, das Sie auf andere Gedanken bringt.

 

Was ist eine Harnkontinenz?
Kontinenz ist die Fähigkeit, die Harnausscheidung über eine gewisse Zeit hinweg zurückzuhalten. Kann die Blasenentleerung nicht mehr willkürlich gesteuert werden, spricht man von einer Kontinenzstörung.

 

Ursachen und Formen von Harninkontinenz

Verschiedene Krankheiten können die Fähigkeit, Harn auszuscheiden beeinträchtigen, z. B. Blasen- und Nierenkrankheiten, Entzündungen der Harnwege, Muskelschwäche im fortgeschrittenen Alter, die altersbedingte Erschlaffung des Beckenbodens, Übergewicht, chronischer Husten, Verstopfung oder Dauerbelastung im Alltag (schweres Heben, langes Stehen, krummes Sitzen), Bindegewebs- oder Muskelschwäche. Auch Medikamente wirken sich manchmal ungünstig auf die Harnkontinenz aus.

Der unkontrollierte Abgang von Harn passiert meistens plötzlich. Ein herzliches Lachen, Husten, Niesen oder Heben der schweren Einkaufstasche können der Auslöser sein. Der Verlust der Kontrollfunktion der Blase, auch Inkontinenz genannt, ist ein weitaus häufiger auftretendes Krankheitsbild als viele vermuten. Allein in Deutschland sind etwa vier bis sechs Millionen Menschen betroffen – hauptsächlich Frauen. Die verschiedenen Formen der Harninkontinenz äußern sich durch ganz unterschiedliche Symptome und Beschwerden. Man unterscheidet verschiedene Formen der Harninkontinenz.

 

Belastungsinkontinenz

Bei dieser Form der Inkontinenz kommt es zum unwillkürlichen Harnverlust bei körperlicher Belastung, z. B. beim Husten, Niesen, Lachen, Heben schwerer Lasten oder Treppensteigen. Vor dem Harnverlust besteht kein Gefühl von Harndrang. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Harn sogar beim Stehen abgehen. Der Schließmuskel der Blase ist dem Druck im Bauchraum nicht mehr gewachsen und der Urin geht ab.

 

Dranginkontinenz

Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Die Ursache liegt in einer Überaktivität oder Überempfindlichkeit der Blase. Die Betroffenen spüren plötzlich so starken und unbeherrschbaren Harndrang, dass sie den Urin nicht mehr zurückhalten können. Bis zur nächsten Toilette schaffen sie es meist nicht. Dabei ist die Harnblase meist nur wenig gefüllt.

 

Überlaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz tritt hauptsächlich bei Männern auf. Die Betroffenen haben große Schwierigkeiten, ihre Harnblase vollständig zu entleeren. Daher bleiben nach dem Wasserlassen größere Urinmengen in der Blase zurück. Diese Restharnbildung führt dazu, dass Urin unfreiwillig tropfenweise abgeht.

 

Reflexinkontinenz

Bei der Reflexinkontinenz kommt es zur ungewollten aktiven Entleerung der Harnblase; ein Harndrang besteht nicht. Betroffen sind Menschen mit Störungen von Nerven oder Rückenmark, beispielsweise bei einer Querschnittslähmung. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihren Harnröhrenschließmuskel zu kontrollieren.

 

Folgen und Auswirkungen von Harninkontinenz
Man kann auch mit einer schwachen Blase weiterhin seinen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Inkontinenz ist häufig gut behandel- und oft auch heilbar. Bei frühzeitigem Therapiebeginn ist die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung besonders groß. Eine unbehandelte Harninkontinenz hingegen verursacht neben körperlichen auch seelische Probleme.

Aus Scham und Angst, man könne an ihnen einen Uringeruch wahrnehmen, ziehen sich Betroffene häufig vom gesellschaftlichen Leben zurück. Ausflüge, Kino- und Theaterbesuche sowie Besuche bei Freunden werden selten. Die ständige Angst davor, dass die Harninkontinenz auffallen könnte, hat Folgen: Betroffene leiden oft an Nervosität, Frustration und Schlafstörungen. Im Gegensatz zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Herzinfarkt, und Magengeschwüren wird Harninkontinenz in der Gesellschaft immer noch tabuisiert. Betroffenen macht nicht nur der ständige Wäschewechsel, die Abhängigkeit von Vorlagen oder Windeln und die drohende Geruchsbelästigung zu schaffen. Auch der Versuch, die Krankheit zu verheimlichen und die pausenlose Angst, entdeckt zu werden, stellen eine große Belastung dar. Die Folgen sind Rückzug, Isolation, Vereinsamung, Partnerschaftsprobleme und Depressionen. Fest steht: Ein Verheimlichen der Erkrankung trägt nicht zur Heilung bei.

Was kann der Klient gegen Harninkontinenz tun?

Ärztlichen Rat einholen

Fassen Sie Mut und vertrauen Sie sich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Es lohnt sich, denn mit der richtigen Behandlung lassen sich Ihre Beschwerden lindern oder vielleicht sogar heilen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von wirksamen Übungen, die Sie eigenständig durchführen können und die Harnkontinenz verbessern.

Toilettentraining

Entleeren Sie die Harnblase in festen Abständen, um die Blase für den aufkommenden Harndrang zu trainieren. Protokollieren Sie die Blasenentleerungen über mehrere Tage und notieren Sie die Anzahl der verwendeten Einlagen sowie Menge und Art der zugeführten Getränke. Erarbeiten Sie einen Zeitplan für den Toilettengang (immer eine halbe Stunde vor der vermutlichen Blasenentleerung) und halten Sie diesen genau ein. In der ersten Übungsphase müssen Sie ihn gegebenenfalls in kleinen Schritten verändern und anpassen.

Hilfsmittel nutzen

Hilfsmittel können keine Therapie ersetzen, aber sie unterstützen und helfen Ihnen dabei, den Alltag zu meistern. Hilfsmittel sind in Drogerien, Apotheken, Sanitätshäusern erhältlich und können im Bedarfsfall auch vom Arzt verordnet werden.

Sorgfältige Körperpflege

Durch die Körperpflege verhindern Sie, dass Hauterkrankungen als Folge der Blasenschwäche auftreten. Gelangt Urin auf die Haut, waschen Sie ihn möglichst rasch ab. Verwenden Sie hierfür spezielle, seifenfreie Waschlösungen für den Intimbereich, welche die Haut schonen. Trocknen Sie die Haut nach dem Waschen sorgfältig ab. Hautpflegende Lotionen oder Cremes unterstützen die natürliche Schutzfunktion der Haut.

Was ist eine Kontraktur?
Bei einer Kontraktur entstehen bleibende Funktions- und Bewegungseinschränkungen oder sogar irreversible Versteifungen der Gelenke. Es kommt zu einer dauerhaften Verkürzung der Muskeln, Bänder und Sehnen. Auch die Gelenkkapsel kann schrumpfen.

Es gibt verschiedene Arten von Kontrakturen. Kennzeichnend für eine Kontraktur ist, dass das Gelenk in bzw. ab einer bestimmten Position in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Dies kann auch durch passives Bewegen nicht überwunden werden. Ein weiteres Merkmal sind Schmerzen in dem betroffenen Gelenk bei Bewegung, ein unharmonischer Bewegungsablauf und eine Verringerung der Muskulatur.

 

Wie entsteht eine Kontraktur?

Eine Kontraktur kann vielfältige Ursachen haben. Eine der häufigsten Ursachen ist mangelnde Bewegung z. B. durch Immobilität und Bettlägerigkeit. Kontrakturen treten auch dann auf, wenn Gelenke lange ruhig gestellt war, z. B. nach Gips- oder auch Streckverbänden. Weitere Ursachen sind Störungen des zentralen Nervensystems wie etwa eine Halbseitenlähmung nach einem Schlaganfall. Auch Verbrennungen und Verletzungen im Gelenkbereich, Schonhaltung bei Schmerzen oder psychische Erkrankungen können zu einer Kontraktur führen.

Beim Fuß reicht schon der Druck der Bettdecke, um einen sogenannten Spitzfuß zu verursachen. Es entsteht eine Streckposition und der Vorfuß wird in Richtung der Fußsohle gebeugt. Wenn die Gelenke in dieser Position versteifen, kann der Betroffene nur noch auf den Zehenspitzen laufen und nicht mehr abrollen.

Was können Angehörige gegen eine Kontraktur tun?

Bewegungsmotivation

Mangelnde Bewegung ist die häufigste Ursache einer Kontraktur. Jede Art von Bewegung, sei sie nun aktiv, durch den Betroffenen selbst oder auch passiv, durch eine Hilfsperson, wirkt daher einer Kontraktur entgegen. Motivieren Sie deshalb den Pflegebedürftigen, sich möglichst häufig im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bewegen. Wichtig ist, ihn dabei nicht zu überfordern. Selbst kleinste Bewegungen helfen nicht nur dem Kreislauf, sondern beugen oft einer Kontraktur vor.

Regelmäßige Bewegungsübungen

Entsprechende Übungen lassen sich leicht in den täglichen Pflegeablauf oder die Nahrungsaufnahme integrieren. So verbessert sich die Lebensqualität der Betroffenen und das Maß an Selbstbestimmung wird erhöht. Bei allen Bewegungsübungen ist darauf zu achten, dass keine Schmerzen entstehen und nicht gegen einen Widerstand gearbeitet wird. Ruckartige Bewegungen sind zu vermeiden.

Professionelle Unterstützung

Generell empfiehlt es sich bei Kontrakturen, einen Arzt zu informieren und eventuell eine Physiotherapie zu veranlassen. Mit dem Therapeuten können spezielle Übungen abgesprochen werden, die der Klient zu Hause durchführt.

Wie können Kontrakturen verhindert werden?

Passive und aktive Bewegungsübungen

Die Gelenke sollten mindestens zweimal am Tag durchbewegt werden. Idealerweise führt der Betroffene die Übungen selbst durch. Ist dies nicht möglich, sollte ein Angehöriger oder eine Pflegekraft die Bewegung passiv durchführen. Im Wasserbad lassen sich viele Gelenke leichter bewegen. Ziel ist es, Betroffene in die Lage zu versetzen, die Gelenke eigenständig zu mobilisieren. Beim passiven Bewegen sind beide Hände im Einsatz: Eine Hand umfasst die Gliedmaßen oberhalb, die andere Hand unterhalb des betroffenen Gelenks. Das Gelenk darf nicht durchhängen, da es hierbei zu Gelenkkapselschädigungen kommen kann. Es ist ratsam, Tempo, Rhythmus und das Ausmaß der Übungen mit dem Betroffenen abzustimmen und vor allem auf Widerstände und Schmerzreaktionen zu achten.

Mobilisation Füße

Um die Füße zu mobilisieren, wird das Kniegelenk zunächst durch ein kleines Kissen unterstützt. Der Fuß wird in Richtung Fußsohle und dann in Richtung Kopf bewegt. Dann folgt eine Drehbewegung nach innen und außen. Zum Abschluss werden die Zehen bewegt.

Mobilisation Hüfte und Kniegelenk

Das Knie wird gebeugt und die Ferse in Richtung Gesäß herangezogen. Anschließend wird das Bein wieder gestreckt und etwas in die Höhe gehoben. Anschließend bewegt der Klient mithilfe der Pflegekraft das gestreckte Bein zur Seite und wieder in die Ausgangslage zurück.

Mobilisation Arm und Schultergelenk

Durch Beugen, Strecken und Drehen bleiben die Gelenke der Hand, des Ellenbogens und der Schulter beweglich.

Mobilisation Spitzfußprophylaxe

Auch im Liegen sollten die Füße eine 90º-Stellung haben, die der natürlichen Fußhaltung beim Gehen entspricht. Damit kein unnötiger Druck auf die Füße ausgeübt wird, darf die Bettdecke nicht auf den Füßen aufliegen. Indem die Fersen frei gelagert werden (außer bei Antidekubitusmatratze), lässt sich ein Dekubitus vermeiden. Wenn Lagerungshilfen eingesetzt werden, ist darauf zu achten, dass auf die Fußsohlen kein Druck ausgeübt wird.

Was ist ein Sturz?
Ein Sturz ist jedes plötzliche, unbeabsichtigte und unkontrollierte Herunterfallen oder -gleiten des Körpers aus dem Liegen, Sitzen oder Stehen auf eine tiefere Ebene.

 

Wie kommt es zu einem Sturz?

Mit zunehmenden Alter nimmt naturgemäß die Reaktionsfähigkeit des Menschen ab. Die Folge: Das Sturzrisiko steigt. Kommen außerdem körperliche und/oder kognitive Erkrankungen oder Behinderungen hinzu, kann mitunter jede Eigenaktivität des Klienten wie das Ein- und Aussteigen aus dem Bett, der Gang zur Toilette etc. zur Gefahr werden. Neben Prellungen und Frakturen zieht ein Sturz oft ein seelisches Trauma nach sich, das Verunsicherung und ein Gefühl der Hilfslosigkeit auslöst. Weitere Risikofaktoren für Stürze sind Sehbeeinträchtigungen, ungeeignete Hilfsmittel z.B. falsches Schuhwerk, Bewegungs- oder bewusstseinshemmende Medikamente, Kontrakturen und Kreislaufprobleme.

 

Welche Folgen haben Stürze?

Ein Sturz hat oft schwerwiegende Folgen. Je nachdem wie stark ein Mensch gestürzt ist, kann es zu schlimmen Verletzungen und dauerhaften Schäden kommen. Häufige Arztbesuche oder gar Krankenhausaufenthalte lassen sich daher meist nicht vermeiden. Trotz Behandlung sind die Folgen von Stürzen häufig noch lange spürbar. In manchen Fällen bleibt die Bewegungsfähigkeit des Betroffenen eingeschränkt, so dass eine kontinuierliche Pflege nötig wird.

 

Was können Klienten/Angehörige gegen Stürze tun?

Ausstattung mit Hilfsmitteln

Stürze lassen sich durch durchaus vermeiden. Tragen Sie beispielsweise rutschsichere Socken und festes Schuhwerk. Rollstuhl, Gehstützen oder Gehwagen schaffen zusätzliche Sicherheit Hüftprotektoren verhindern im Fall eines Sturzes Frakturen am Hüft- und Oberschenkelhalsknochen.

Regelmäßige Bewegungsübungen

Der sicherste Schutz geben Stürze sind Beweglichkeit und Koordinationsvermögen. Bleiben Sie deshalb aktiv und beugen Sie Bewegungseinschränkungen und Kontrakturen durch regelmäßige Krankengymnastik vor. Mit der Mobilisation sollten Sie so früh wie möglich beginnen. Auch die Fähigkeit, Gefahren selbst einschätzen zu können, um angemessen darauf zu reagieren, trägt entscheidend dazu bei, Stürze zu verhindern.

Ausreichende Beleuchtung

Sorgen Sie stets für eine ausreichende, blendfreie Beleuchtung der Wohnräume. Nachts kann ein Orientierungslicht eine große Hilfe sein.

Entfernen von Stolperfallen

Entfernen Sie oder Ihre Angehörigen und/oder Bekannten auf dem Boden liegende Gegenstände wie z. B. Kabel. Es empfiehlt sich, kleine Teppiche sicherheitshalber mit einem Klebeband auf dem Fußboden zu befestigen. Türschwellen oder sonstige bauliche Beeinträchtigungen, die das sichere Gehen gefährden, sollten Sie ebenfalls entfernen lassen. Zur Finanzierung dieses Umbaus kann bei der zuständigen Pflegekasse ein Antrag auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gestellt werden.

Sicherung des Umfelds

Sind Sie Rollstuhlfahrer? Dann achten Sie darauf, dass die Höhe des Rollstuhls ein bequemes Umsetzen erlaubt. Indem Sie das Kipprad feststellen, mindern Sie die Gefahr zu stürzen, erheblich. Der Gefahr aus dem Bett zu fallen, wirken Betten mit seitlichem Gitter entgegen. Sie können bei der zuständigen Pflegekasse beantragt werden.

Was ist eine Thrombose
Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einer Vene, Arterie oder in den Herzhöhlen bildet. Für die Entstehung einer Thrombose gibt es drei wesentliche Faktoren:

  1. Es liegt ein Gefäßwandschaden vor (zum Beispiel durch eine Arteriosklerose, Entzündungen oder einen Schaden traumatischer Natur wie Quetschungen oder Verletzungen).
  2. Die Blutströmungsgeschwindigkeit ist herabgesetzt (z. B. durch Bettlägerigkeit oder äußeren Druck).
  3. Die Blutzusammensetzung hat sich verändert (z. B. durch Blutgerinnungsstörungen, bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente).

Thrombose tritt meist in den unteren Extremitäten auf und kann durch Bewegung und weitere Maßnahmen verhindert werden.

 

Wie lässt sich Thrombose verhindern?

1. Regelmäßige Mobilisierung

Durch regelmäßige Bewegungsübungen und häufiges Gehtraining können Klienten einer Thrombose vorbeugen. Generell gilt: Liegen und Gehen sind dem Sitzen und Stehen vorzuziehen.

2. Rückflussfreundliche Lagerung

Durch eine erhöhte Lagerung der Beine im Winkel von ca. 30° wird der venöse Rückfluss gefördert. Stellen Sie das Fußende des Bettes um 20° nach oben und legen Sie ein Kissen unter die Unterschenkel des Klienten.

3. Übungen zur Kräftigung der Gefäßmuskeln

Aktive Übungen (der Klient übt selbstständig): Mindestens viermal täglich, fünf- bis zehnmal sollte der Klient Pedaltreten, Fußkreisen, Zehenspreizen und Zehenkrümmen üben.

Passive Übungen (mit Hilfe der Pflegeperson):

Zur Vorbereitung der Übung halten Sie das Bein des Klienten eine Minute hoch oder lagern es im Winkel von 30°. Danach umfassen Sie den Fuß mit beiden Händen und bewegen ihn ruhig in weiten Kreisen fünfmal in jede Richtung.

4. Förderung des Rückflusses

Bei Einreibungen umfassen Sie das Bein so, dass sich Ihre Finger auf der Beinrückseite befinden. Vom Fuß aus massieren Sie beinaufwärts – mit leichtem Druck und in ovalen Bahnen. Beim Aufwärtsstreichen üben Sie stärkeren Druck aus. Abschließend streichen Sie das Bein mindestens fünfmal von unten nach oben aus.

5. Stützung des Gewebes
Als zusätzliche Maßnahme empfiehlt es sich, dem Klienten Kompressionsstrümpfe anzulegen.

 

Was ist eine Pneumonie?
Eine Lungenentzündung, auch als Pneumonie bekannt, ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des Lungengewebes, die vor allem dann auftritt, wenn die Atemfunktion gestört, behindert oder erschwert ist.

Ursachen für Pneumonie sind Erkrankungen oder eine Austrocknung der Atemwege, Lungen- und Herzinsuffizienz sowie eine schwaches Immunsystem, das vor allem für bettlägerige Klienten symptomatisch ist. Gerade bei alten Menschen führt eine Lungenentzündung häufig zum Tod. Alle Pflegemaßnamen, die der Vorbeugung von Lungenentzündung dienen, zielen in erster Linie auf eine Stärkung der Abwehrkräfte ab.

Einschätzung des Pneumonie-Risikos
Die zuständige Pflegekraft beobachtet die Atmung. Als pneumoniegefährdet gelten Klienten, die flach oder unregelmäßig atmen, schlecht Luft bekommen, durch den Mund atmen oder hörbare Atemgeräusche verursachen.

 

Wie lässt sich eine Lungenentzündung verhindern?
1. Richtiges Atmen
Das synchrone Atmen von Pflegekraft und Klient unterstützt den Klienten dabei, einen regelmäßigen Atemrhythmus zu finden. Dabei ist es sinnvoll, die Arme fünf bis zehnmal beim Einatmen nach oben zu führen, den Atem kurz anzuhalten und die Arme dann wieder nach unten zu führen. Eine weitere Möglichkeit, die Lunge zu belüften ist es, den Klienten zum Singen zu animieren.

2. Atmungserleichternde Lagerung
Um die Atmung zu erleichtern, gibt es drei wirksame Möglichkeiten:

1. Erhöhte Lagerung des Oberkörpers in Rückenlage
2. Lagerung in 35°-Seitenlage mit regelmäßigem Lagewechsel und zusätzlicher Dehnung der Arme durch Hochlagern oder Hinter-dem-Kopf-Position
3. Kutschersitz. Dabei sitzt der Klient auf dem vorderen Teil der Sitzfläche, die Beine schulterbreit aufgestellt, den Oberkörper nach vorn gebeugt und Ellenbogen auf Knien aufgestützt.

3. Atmungsstimulation
Sorgen Sie regelmäßig für frische Luft, reiben Sie den Klienten vor dem Schlafen mit Franzbrandwein oder ähnlichen atemstimulierenden Mitteln und anschließend mit einer Pflegelotion ein. Morgens empfiehlt es sich, Rücken und Brust erst mit warmem, danach mit kühlerem Wasser abzuspülen.

4. Sekretlösung und Erleichtern des Abhustens
Durch die Gabe der verordneten Medikamente und die ausreichende Zufuhr schleimlösender Tees wie Fenchel, Anis- und Eukylyptustee löst sich der Schleim und das Abhusten fällt leichter.

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